Die Wiener U-Bahn

U2 Station Krieau
U1 Station Kaisermühlen
U1/U2/U4 Station Karlsplatz
U2 Station Messe-Prater
U4 Station Heiligenstadt
U6 Station Spittelau
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Die Wiener U-Bahn im Vergleich zu anderen U-Bahnen:

LogoStadtEröffnungNetzlänge (km)StationenEinwohnerFahrgäste pro JahrJahreskarte (€)
Wien - U-Bahn LogoWien197878,51041.840.000939.000.000365
Athen - U-Bahn LogoAthen190479,460660.000494.000.000490
Barcelona- U-Bahn LogoBarcelona19241241631.600.000567.000.000634
Berlin - U-Bahn LogoBerlin19022111733.500.0001.010.000.000761
London - U-Bahn LogoLondon18634022608.540.0003.500.000.0003.990
Mailand - U-Bahn LogoMailand19641001131.320.000670.000.000330
Moskau - U-Bahn LogoMoskau1935333,520012.200.0002.464.000.000378
München - U-Bahn LogoMünchen1971103,11001.430.000566.000.000726
Paris - U-Bahn LogoParis1900219,93032.500.0001.479.000.000770
Prag - U-Bahn LogoPrag197465,2611.260.000620.000.000135
Rotterdam - U-Bahn LogoRotterdam19684738610.00086.000.000
Stockholm - U-Bahn LogoStockholm1933143,4100920.000540.000.000887
Warschau - U-Bahn LogoWarschau199529,9281.770.000147.700.000570


Wien

Mit dem Silberpfeil durch die Stadt

Johann Benda begann ohne einschlägige Ausbildung als technischer Zeichner beim Schienenfahrzeughersteller Simmering-Graz-Pauker (SGP) und war bald für erfolgreiche Eisenbahnzug-Designs, wie den Transalpin II, verantwortlich.

In den 1970er Jahren entwarf er die Wiener U-Bahnzüge der Type U, aufgrund seiner charakteristischen Färbung auch bekannt als „Silberpfeil“.

Drei Doppelwagen bilden einen Zug.

U-Bahnnetz Wien, 2017

Netzplan, U-Bahn Wien, 2017
Von HerrMay – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=56112148

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Athen

U-Bahn in die Antike

Die „Attiko Metro“, wie die Metro von Athen auch genannt wird, wählt zu den ersten U-Bahnen der Welt.

Doch die in ihrer präsentierten Artefakte sind noch wesentlich älter: Funde aus der Antike, die beim Bau der U-Bahn freigelegt wurden, können Fahrgäste in den jeweiligen Stationen bestaunen, die meisten in den Bahnhöfen Syntagma und Akropolis.

Aufgrund des archäologieträchtigen Bodens verzögern sich allerdings auch die Bauarbeiten zur Erweiterung des U-Bahnnetzes immer wieder.

U-Bahnnetz Athen, 2013

Netzplan, U-Bahn Athen, 2013
Von © Amaroussi.com / Wikimedia Commons, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=30372337

Barcelona

Eine Stadt, drei Spurweiten

In Barcelona fahren die U-Bahnlinien auf drei verschiedenen Schienensystemen: Die Linie 1, ursprünglich als Verbindungsbahn zweier Bahn-Linien gedacht, fährt auf der 1668 mm breiten “liberischen Breitspur”, die Linie 8 auf der “Meterspur” (1000 mm) und die restlichen Linien auf der „Normalspur” (1436 mm).

Schmälere Spurweiten, wie die Meterspur, erlauben eine Streckenführung mit engeren Kurvenradien, zum Beispiel für oberirdische Linienführung durch dichter bebautes Gebiet.

U-Bahnnetz Barcelona, 2010

Netzplan, U-Bahn Barcelona, 2010
Von Vinals – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10675160

Berlin

Geisterbahnhöfe

Am Sonntag, dem 13. August 1961, wurden in Berlin elf Stationen der Linie U6 und U8 für das Zu- und Aussteigen gesperrt.

Die Stationen lagen im Ostberliner Bezirk Mitte, der in Westberliner Gebiet hineinreichte. Die Züge mussten ohne Halt von West-Berlin durch Ost-Berlin und wieder nach West-Berlin durchfahren. Mit reduzierter Geschwindigkeit rollten die Fahrgäste an schwach beleuchteten Sicherheitsbeamten der DDR menschenleer waren.

Dieser Eindruck führte zur Bezeichnung „Geisterbahnhöfe“. Nach dem Fall der Berliner Mauer wurden alle gesperrten Bahnhöfe der Linie U6 und U8 wieder geöffnet.

U-Bahnnetz Berlin, 2016

Netzplan, U-Bahn Berlin, 2016
Von User:My Friend – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=39602760

London

Die Mutter aller U-Bahnen

Am 10. Jänner 1863 wurde in London die weltweit erste U-bahnlinie eröffnet: der erste Abschnitt der heutigen Metropolitan Line.

40.000 Fahrgäste zählte man an diesem Tag. 1880 waren mit ihr bereits 40 Millionen Menschen pro Jahr unterwegs.

Die erste elektrische U-Bahn verkehrte erst 1890. Der Tunnelquerschnitt misst mit 3,10 Metern ungefähr die Hälfte der in Wien heute üblichen Größe.

Nach Shanghai und Peking besitzt London heute das drittlängste U-Bahnnetz der Welt (402 Kilometer).

U-Bahnnetz London, 2009

Netzplan, U-Bahn London, 2009
By Ed g2s File:London Underground full map.svgderivative work: DavidCane (talk) – File:London Underground Zone 1 Highlighted.svg, File:Docklands Light Railway.svg, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6905220

Mailand

Exklusives Design

In Mailand wurde beim Bau der ersten U-Bahnlinie erstmals die sogenannte “Schlitzwandmethode” angewendet, eine Tunnelbauweise, bei der das Erdreich von oben aus dem Untergrund geholt wird.

Das Geld für den Bau brachte man über Wertpapiere, die die Mailänder Bürger erwarben, auf.

Das Design der M1-Station erhielt die renommierte Auszeichnung Compasso D’Oro. Einer der Preisträger, Bob Noorda, wurde später für die Gestaltung sowohl der New Yorker U-Bahn wie auch jener von Sao Paulo engagiert.

Gegenwärtig ist das Mailänder U-Bahnsystem das größte Netz Italiens.

U-Bahnnetz Mailand, 2016

Netzplan, U-Bahn Mailand, 2016
Von Arbalete – Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=50737903

Moskau

Sowjetischer Prunk

Für den Bau der ersten 17 Kilometer des Moskauer U-Bahnnetzes waren zu Beginn der 1930er Jahre zweitweise rund 75.000 Arbeiter gleichzeitig tätig. Speziell das zweite Teilstück, 1938 eröffnet, ist in der Ausgestaltung stark dem sozialistischen Realismus verpflichtet. Fresken, Mosaike und Skulpturen zeigen eine glorifizierte Darstellung der Geschichte.

Nach dem Tod Stalins endete der „barocke Stil“ und die neuen U-Bahnlinien bekamen ein funktionaleres Aussehen.

Von 1954 bis 1970 wuchs das Netz jährlich um durchschnittlich sechs Kilometer. Die Metro Moskau zählt mit knapp 2,4 Milliarden Fahrgästen jährlich zu den meistfrequentierten U-Bahnsystemen weltweit.

U-Bahnnetz Moskau, 2017

Netzplan, U-Bahn Moskau, 2017
Von Sameboat – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=24461295

München

Vorbild für Wien

Der erste U-Bahnabschnitt von München sollte eigentlich erst 1974 eröffnet werden.

Als jedoch die Stadt den Zuschlag für die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele für 1972 bekam, wurde die Inbetriebnahme der Münchner U-Bahn um zwei Jahre vorverlegt.

Die neue U-Bahn wurde von Beginn an derart stark beansprucht, dass baugleiche U-Bahnzüge aus Nürnberg ausgeliehen werden mussten.

Die Münchner Doppeltriebwagen, zwei verbundene Waagen mit zwei Führerständen an den beiden Enden, dienten in Formgebung und Aufbau als Vorbild für die „Silberpfeil“, den Wiener U-Bahnwagen.

U-Bahnnetz München, 2010

Netzplan, U-Bahn München, 2010
Von Maximilian Dörrbecker (Chumwa) – Eigenes Werk, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9487233

Paris

Metro mit Gummireifen

Seit den 1950er Jahren fahren einige Pariser Metrolinien mit Gummireifen.

Sie erlauben ein schnelleres Beschleunigen und Abbremsen. An der Innenseite der Gummireifen befinden sich Stahlräder, die bei Weichen und als Reibfläche für die mechanische Bremse eine Rolle spielen.

Außerdem tragen die Stahlräder den Wagen im Falle einer Reifenpanne. Zusätzliche waagrecht angeordnete Stahlräder halten die Wagen an seitlichen Schienen im der Spur und dienen al Stromleiter.

Die Nachteile des Gummireifensystems sind der erhöhte Energiebedarf, die stärkere Wärmeentwicklung und eine aufwändigere Gleisanlage.

U-Bahnnetz Paris, 2012

Netzplan, U-Bahn Paris, 2012
Von Rigil – Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8374274

Prag

Rolltreppen-Rekorde

Die Prager U-Bahn wurde in den 1970er Jahren nach sowjetischem Vorbild gebaut, zum Teil in sehr tiefen Lagen. Die Station Náměstí Míru liegt 53 Meter unter der Erdoberfläche und ist mit einer der längsten Rolltreppen Europas ausgestattet: 83 Meter müssen überwunden werden. Einige Rolltreppen fuhren bis vor kurzem auch recht schnell, nämlich 9 km/h.

Zum Vergleich: Die Rolltreppen in Wien sind mit 2,34 km/h unterwegs. Aufgrund einer EU-Norm geht es nun auch in Prag langsamer hinauf und hinunter.

U-Bahnnetz Prag, 2015

Netzplan, U-Bahn Prag, 2015
Von Zirland – Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=38571790

Rotterdam

U-Bahn unter dem Meeresspiegel

Für den ersten Bauabschnitt, die Unterführung der Neuen Maas, wurden am Ufer des Flusses die Tunnelsegmente hergestellt, an die entsprechende Stelle verschifft und dort in einen vorbereiteten Grabe unter das Flussbett abgesenkt.

Die Tunneldecke liegt etwa 12,5 Meter unter dem Meeresspiegel.

Die offene Bauweise, bei der das Erdreich von der Oberfläche aus hergenommen wird, ist in solchen Lagen nicht möglich, da die Grube in kürzester Zeit mit Wasser volllaufen würde.

U-Bahnnetz Rotterdam, 2011

Netzplan, U-Bahn Rotterdam, 2011
Von RET (Uploaded by Henk Obee) – http://www.ret.nl/reizen-met-ret/kaarten-en-plattegronden, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17754735

Stockholm

Die längste Kunstausstellung der Welt

Der Beschluss, die „Tunnelbanan“ zur „längsten Kunstausstellung der Welt“ auszugestalten, fiel 1955 im Gemeinderat von Stockholm.

Seither lässt es sich die Stadt einiges kosten, Kunst im „Untergrund“ zu zeigen. Über 150 Künstler und Künstlerinnen haben Werke in 90 der 100 Stationen hinterlassen.

Einige Stationen enthalten temporäre Ausstellungsbereiche mit wechselnden Präsentationen.

U-Bahnnetz Stockholm, 2011

Netzplan, U-Bahn Stockholm, 2011
Von user:xyboi, redraw by Stonyyy – Stockholm_metro_map.png, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16224884

Warschau

Die junge U-Bahn

Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg gab es Pläne für eine U-Bahn in Warschau.

Um die beste Baumethode zu finden, wurde 1953 ein 800 Meter langer Tunnel gegraben, der jedoch bis heute ungenutzt blieb.

Erst 1995 begann für Warschau das U-Bahnzeitalter, weitere 20 Jahre vergingen, bis eine zweite Linie eröffnet wurde.

Während die ersten U-Bahnstationen einem einheitlichen Gestaltungskonzept folgten, erhielten die nach 2000 gebauten Bahnhöfe ein individuelles Design.

Die Station Palc Wilsona wurde 2008 zur schönsten U-Bahnhaltestelle der Welt gekürt.

U-Bahnnetz Warschau, 2008

Netzplan, U-Bahn Warschau, 2008
Von Jurij – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5090567

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